Armutszeugnis für die Arge/DLZ Neumünster

Dieses Posting schreibe ich mal so ganz spontan, um meinem Ärger Luft zu machen und zu zeigen, wie man als Hilfebedürftiger bei der hiesigen Arge, auch als “Dienstleistungszentrum Neumünster” bezeichnet, behandelt wird. Als Blog-Eintrag deshalb, weil es mir wichtig ist, dass dies direkt lesbar ist, ohne in den Podcast hinein hören zu müssen.

Was ist passiert? Ich wollte heute nichts weiter als meine Monatsabrechnung von der Briefzustellfirma, für die ich tätig bin, bei der Arge abgeben, damit die Leistungsabteilung meine Minijob-Einkünfte korrekt mit meinem Arbeitslosengeld-II verrechnen kann. Wie gesagt, nur abgeben! Ich brauchte dafür nicht bei einem Sachbearbeiter vorzusprechen. Im Empfangsbereich steht dafür ein Kasten zum Einwurf solcher Dinge. Die Öffnungszeit des DLZ Neumünster am Montag ist von 8.00 bis 13.00 Uhr.

Um 12.57 Uhr (gemessen nach DCF-77) stand ich vor der verschlossenen Glastür. Im Kundencenter war noch Personal zu sehen. Ich habe also geklopft und notwendig auf mein abzugebendes Abrechnungsblatt gezeigt. Aber die Leutchen drinnen haben nur kopfschüttelnd auf ihre Handgelenke gezeigt und dabei – und das fand ich geradezu schäbig – breit gegrinst! Mal davon abgesehen, dass bei der Arge die Uhren offensichtlich sehr arbeitnehmerfreundlich zu gehen scheinen und deshalb vorzeitig geschlossen wird – zeigt dieser Vorfall, wie unhöflich, ja geradezu menschenverachtend mit ALG-II-Beziehern umgegangen wird. Ich vermeide es auch immer tunlichst, bei der “Vorhut” im DLZ-Kundenzentrum vorzusprechen, weil man dort in aller Regel sehr herablassend und unfreundlich behandelt wird. Wenn man dort vorspricht, darf man nicht ausreden, sondern es wird einem sofort ins Wort gefallen, was man wieder alles falsch gemacht hat. Mal ganz davon abgesehen, dass ich noch nie einen Mitarbeiter dort beim “Empfangskommitee” habe freundlich lächeln sehen. Ich gebe zu: die Leute dort haben wahrlich keinen leichten Job, da sie häufig mit ebenso unfreundlichen Kunden zu tun haben (was in der Natur der Sache bedingt ist). Von daher wird das Personal offenbar darauf in ihren Kommunikations-Seminaren darauf geschult, ALG-II-Bezieher alle gleich unfreundlich zu behandeln.

Ich möchte ausdrücklich betonen, dass dies nur auf das Kundenzentrum im Empfangsbereich zutrifft. Hier sollen anscheinend erst mal Kunden, so gut es geht, abgewimmelt werden. Zu meiner persönlichen Beraterin oben im 2. Stock – und das habe ich früher bereits mal im Podcast erzählt – habe ich ein hervorragendes Verhältnis; sie hat mir u. a. auch meine nicht gerade sehr billige Fortbildung zum WebDeveloper ermöglicht, und auch sonst führen wir immer sehr konstruktive und produktive Gespräche. Von daher versuche ich immer nach Möglichkeit, direkt mit meiner Beraterin in Kontakt zu treten. Wenn ich das über das Empfangspersonal im Erdgeschoss versuche: keine Chance! Da wird erstmal per Telefon rückgefragt, und natürlich ist niemand zu erreichen. Wenn ich dann versuche, mein Anliegen sachlich und freundlich vorzutragen, sind auf Grund Nicht-Ausreden-Lassens Missverständnisse und Falschauskünfte vorprogrammiert.

Nun wird sich also die Auszahlung meines nächsten ALG-II-Regelsatzes um einen Tag verzögern, weil beim DLZ Neumünster im Erdgeschoss die Uhren offenbar sehr falsch gehen.

2 Antworten “Armutszeugnis für die Arge/DLZ Neumünster”

  1. Eichental sagt:

    Sind nicht alle Verwaltungen so? Vielfach hat man immer noch nicht gelernt, daß der “Kunde” der ist, dem man den Arbeitsplatz verdankt. Vielleicht paßt man sich, insbesondere bei Ämtern die Versorgungsleistungen zahlen, aber auch nur dem Publikum an. Du hättest den Mittelfinger zeigen müssen um dem Klischee zu entsprechen ;-) .

    • Meikel sagt:

      Solches Benehmen widerstrebt mir eigentlich. Ich vertrete immer den Standpunkt, dass man sich mit Freundlichkeit (echt und nicht nur gespielt) das Miteinander angenehmer gestaltet. Nur leider ist das im Empfangsbereich der Arge NMS in der Regel sehr einseitig mit der Freundlichkeit. Jedoch wenn man den jeweiligen Mitarbeiter “emotional abholt”, also so etwas sagt wie “Ich bewundere Sie in Ihrem Job – mit was für Leuten Sie hier tagtäglich zu tun haben…” – dann ergibt sich ganz selten sogar mal ein menschliches Gespräch. Man zeigt halt Verständnis auch für die Lage der Mitarbeiter – und damit rechnen sie nicht.

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